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{"id":179,"date":"2022-04-09T11:15:18","date_gmt":"2022-04-09T09:15:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.aktiv-eichstaett.de\/blog\/?p=179"},"modified":"2025-04-23T10:08:12","modified_gmt":"2025-04-23T08:08:12","slug":"das-gehirn-ist-der-boss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.aktiv-eichstaett.de\/blog\/2022\/04\/das-gehirn-ist-der-boss\/","title":{"rendered":"Das Gehirn ist der Boss"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-small-font-size\">Geschrieben von: Markus M\u00fcller, Physiotherapeut, Manualtherapeut OMT<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Gehirn entscheidet<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Die meisten von uns kennen Geschichten von Menschen die schlimme Verletzungen erlitten haben, ohne das sie zum Zeitpunkt der Verletzung Schmerzen versp\u00fcrt h\u00e4tten. Was passiert in diesen Situationen mit unserem Warnsystem?<\/p>\n\n\n\n<p>Eine schwere Verletzung f\u00fchrt dazu, dass viele intensive Alarmsignale ins Gehirn hineinstr\u00f6men, die aber nicht unbedingt zu Schmerzen f\u00fchren m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wieviel Schmerz man tats\u00e4chlich versp\u00fcrt ist nicht zwingend vom Schweregrad des entstandenen Gewebeschadens abh\u00e4ngig!<\/p>\n\n\n\n<p>Hier eine wahre Begebenheit:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.aktiv-eichstaett.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/AdobeStock_294475857-1024x683.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-191\" srcset=\"https:\/\/www.aktiv-eichstaett.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/AdobeStock_294475857-1024x683.jpeg 1024w, https:\/\/www.aktiv-eichstaett.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/AdobeStock_294475857-300x200.jpeg 300w, https:\/\/www.aktiv-eichstaett.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/AdobeStock_294475857-768x512.jpeg 768w, https:\/\/www.aktiv-eichstaett.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/AdobeStock_294475857-1536x1024.jpeg 1536w, https:\/\/www.aktiv-eichstaett.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/AdobeStock_294475857-2048x1365.jpeg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Ein Bauarbeiter sprang von einem Ger\u00fcst und landete auf einem gro\u00dfen Nagel, der seinen Fu\u00df aufspie\u00dfte. Der Nagel trat oberhalb der Stahlkappe seines Schuhs wieder aus. Als er in die Notaufnahme gebracht wurde hatte er starke Schmerzen und ben\u00f6tigte starke Schmerz- &nbsp;und Beruhigungsmittel, bevor der Nagel herausgezogen werden konnte, da selbst die geringste Ber\u00fchrung oder Bewegung unertr\u00e4gliche Schmerzen verursachte. Als der Stiefel entfernt war stellte sich jedoch heraus das der Nagel zwischen den Zehen nach oben ging, ohne das es zu einer Gewebeverletzung gekommen w\u00e4re!<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu gib es viele Geschichten aus Kriegszeiten. Zum Beispiel Veteranen aus dem zweiten Weltkrieg bei denen Jahrzehnte sp\u00e4ter durch eine Routineuntersuchung Granatsplitter oder gar ganze Gewehrkugeln entdeckt wurden. Diese steckten im K\u00f6rper, ohne dass die Personen davon wussten oder dadurch Schmerzen gehabt h\u00e4tten. In anderen Situationen liefen selbst schwer verbrannte Menschen in brennende H\u00e4user zur\u00fcck, um Kinder zu retten! Sportler*innen spielen oft trotz schwerer Verletzungen ein wichtiges Spiel zu Ende.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber das Verh\u00e4ltnis zwischen dem Ausma\u00df einer Verletzung und der Intensit\u00e4t der Schmerzen kann sich auch anders herum auswirken. Jeder wei\u00df wie es sich anf\u00fchlt wenn man sich an einem Blatt Papier den Finger schneidet. Der Schnitt ist nicht tief und man erleidet keinen gro\u00dfen Gewebeschaden, aber es tut richtig weh und man kann sich einfach nicht erkl\u00e4ren, wie so ein kleiner Papierschnitt so schmerzen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left has-light-green-cyan-background-color has-background\"><strong>Offensichtlich ist das, was in den Geweben passiert, nur ein Teil der Geschichte!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left has-light-green-cyan-background-color has-background\"><strong>Offenbar ist das Gehirn beteiligt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Intensit\u00e4t von Beschwerden hat nur selten mit dem Ausma\u00df der Ver\u00e4nderungen an Bandscheiben oder Nerven zu tun. Tats\u00e4chlich haben viele von uns erschreckend anzuh\u00f6rende Diagnosen, wie \u201eBandscheibenvorfall\u201c oder&nbsp; \u201egequetschte Nerven\u201c, die aber vielleicht nie zu irgendwelchen Symptomen f\u00fchren werden. Viele Ver\u00e4nderungen im K\u00f6rper geh\u00f6ren einfach nur zum \u201eLebendig-Sein\u201c und m\u00fcssen nicht unbedingt zu Schmerzen f\u00fchren. Solche Ver\u00e4nderungen sollten niemanden davon abhalten ein funktionelles und <strong>aktives<\/strong> Leben zu f\u00fchren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Einfach gesagt: Wenn es zu keinen Schmerzen kommt bedeutet das, dass unser Gehirn diese Gewebever\u00e4nderungen als nicht bedrohlich einstuft.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Viele ganz unterschiedliche Faktoren spielen bei der Schmerzerfahrung eine Rolle, aber letztendlich entscheidet allein das Gehirn ob etwas schmerzt oder nicht. Und das gilt 100prozentig \u2013 ohne jede Ausnahme.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-light-green-cyan-background-color has-background\"><strong>\u201e.Das Gehirn ist der Boss\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Der K\u00f6rper sagt dem Gehirn das er in Gefahr ist, nicht dass er Schmerzen hat. Letztendlich ist das Gehirn der Boss &#8211; er muss nicht auf die Gefahrenmeldungen h\u00f6ren die vom K\u00f6rper kommen und zu Schmerzen f\u00fchren k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Es ist sehr wahrscheinlich, dass Du die Gefahrenmeldungen von einem schmerzenden Zahn wahrnimmst, wenn Du gerade beim Zahnarzt sitzt.       Im Gegensatz zu den Gefahrenmeldungen einer Prellung von gestern Abend, die Du dir zugef\u00fcgt hast w\u00e4hrend Du gerade einen spannenden Film ansahst. Es gibt viele Chef`s im K\u00f6rper, aber die Schmerzneurowissenschaftler glauben, dass das Gehirn der ultimative Boss ist. Bedenke jedoch, dass auch Chefs manchmal nicht zuh\u00f6ren und manchmal Entscheidungen treffen die wir nur schwer verstehen k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left has-light-green-cyan-background-color has-background\"><strong>Das Gehirn entscheidet zu 100% der Zeit ob Du Schmerzen hast.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Entscheidung des Gehirns schlie\u00dft eine Abw\u00e4gung aller Gefahren und Sicherheiten mit allen Informationen ein, die ihm zu diesem Zeitpunkt zur Verf\u00fcgung stehen. Die Metapher &#8222;Das Gehirn ist der Boss&#8220; betont die Trennung zwischen Gewebesch\u00e4den und Schmerzen. Sie soll dabei &nbsp;helfen Dich zu ermutigen, ein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die herausragende Stellung Deines eigenen Gehirns zu erlangen. <\/p>\n\n\n\n<p>Demn\u00e4chst mehr dazu!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geschrieben von: Markus M\u00fcller, Physiotherapeut, Manualtherapeut OMT Das Gehirn entscheidet. 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