CranioSacrale Behandlung

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Die CranioSacral Therapie ist eine Form der Osteopathie und ist wie diese bisher wissenschaftlich noch nicht anerkannt. Es gelten jedoch Teile dieses Gedankenmodells in der modernen Forschung als bestätigt.

Der zu Behandelnde liegt bei der Behandlung in einer entspannten Ruhestellung. Der Behandler erspürt per Hand gewebliche Spannungsungleichgwichte und Veränderungen des CranioSacralen Rhythmuses und versucht durch sanfteste Bewegungen und Druck diese Restriktionen zu lösen. Es wird hauptsächlich am Schädel und Rumpf behandelt. Der zu Behandelnde erfährt eine sehr tiefe Entspannung während der Anwendung. Die Behandlung beeinflusst das Nervensystem, Muskelsystem, Gefäßsystem, Lymphsystem, Endokrinesystem, Hormonsystem und Respirationssystem.

Das CranioSacrale System

1931 lehrte Guiseppe Sperino (ein italienischer Anatom) bereits, dass die Schädelknochen beim lebenden Menschen nicht verknöchert sind, sondern sich bewegen. Diese Studien entsprachen denen von Nei Sing, John Barnes, Dr. Bery, Sutherland, J. Vredevoogd und J. E. Upledger. 1971 beobachtete Dr. Upledger bei einer Operation eine pulsierende Aktivität um das Rückenmark. Später lernte er das Phänomen der rhythmischen Bewegungen der Schädelknochen kennen.

Das CranioSacrale System ist ein erst kürzlich erkanntes funktionelles physiologisches System. Es ist die Umgebung, worin das zentrale Nervensystem sich befindet und funktioniert.

Es setzt sich aus folgenden Bestandteilen zusammen:

  • Meningealmembranen (Häute die das Gehirn und Rückenmark umgeben), Knochenstrukturen
  • bindegewebige Strukturen
  • Zerebrospinalflüssigkeit (Flüssigkeit, die das Gehirn und Rückenmark umgibt)
  • alle Strukturen die zur Herstellung, Zirkulation, Resorption und als Speicher der Zerebrospinalflüssigkeit dienen

Das CranioSacrale System steht in enger Verbindung mit folgenden Systemen des Körpers, die es beeinflusst und von denen es beeinflusst wird: Nervensystem, Hormonsystem, Muskelsystem, Gefäßsystem, Lymphsystem, Endokrines System, Respirationssystem.

Strukturelle oder funktionelle Anomalien in einem dieser Systeme können das CranioSacrale System beeinflussen. Findet eine therapeutische Optimierung statt, dann kann die Funktionsfähigkeit dieser Systeme sich verbessern, was sich systemisch positiv auswirkt.

Die CranioSacrale Bewegung ist  mit dem Atemrhythmus vergleichbar, aber eigenständig. Der zeitliche Rhythmus entspricht bei einem gesunden Menschen etwa 6 bis 12 Bewegungen pro Minute in einer tastbaren Größenordnung von ca. 15 bis 20 Mikrometer. Am leichtesten zu tasten an den einzelnen Schädelknochen.  Start der Bewegung ist das Cranium (Kopf), weiterlaufend über den Duralschlauch (er umfasst das Rückenmark) bis hin zum Sacrum (Kreuzbein) und vom Rumpf aus gehend in die Arme und Beine.

Es bestehen mehrere Theorien zur Ursache dieses Rhythmuses:

1. Sutherland: Der Ursprung der gesamten Bewegung ist das Gehirn. Durch eine rhythmische Dehnung und Verengung des Ventrikelsystems (Flüssigkeitskammern im Schädel) wird der Liquor (Flüssigkeit, die das Gehirn und Rückenmark umgibt) bewegt, diese Bewegung beeinflusst das Bindegewebe und die Knochen. „Das Gehirn ist der Motor“.

2. Upleger: Der Liquor wird schneller erzeugt als resorbiert, dies führt zu ständigen Druckschwankungen im Schädel. Diese rhythmischen Veränderungen setzen sich im CranioSacralen System fort, beeinflussen die Membrane und Knochen, das Gehirn wird mitbewegt. „Druckmodell“

3. Becker: Extradurale Muskeln werden durch die Schwerkraft beeinflusst. Entweder können diese Muskeln einen Reiz an das zentrale Nervensystem liefern und dadurch die Schwankungen im Liquordruck erzeugen, oder es könnten die willkürlichen Muskeln über die Faszien unmittelbar auf die Duralmembranen einwirken. „Schwerkraftmodell“

Durch wissenschaftliche Forschungen gelten die Hypothesen von Sutherland und Upleger heute als die wahrscheinlichsten.

Anwendungsbereiche

  • Kopfschmerzen und Migräne
  • alle Beschwerden im Kopfbereich (Schwindel, Ohrgeräusche, chron. Ohrenentzündungen, chron. Nasennebenhöhlenentzündung, unklare Sehschwierigkeiten)
  • Schmerzen am Bewegungsapparat, besonders an der Wirbelsäule
  • Stress- und Spannungsbedingte Beschwerden (wie Anspannung, Verdauungsprobleme, Schlafschwierigkeiten, chronische Übermüdung, Schmerz, Bluthochdruck, funktionelle vegetative Dysfunktionen)